Aus der Märzausgabe

 

Großes Suchtgiftproblem auch in unserem Bezirk!
Kürzlich waren die Eltern der größeren Hauptschulkinder zu einem Vortrag eingeladen, in dem es um die Suchtgiftproblematik in unserer Umgebung ging.
Wie der eher schwache Besuch zeigt, sind sich viele offenbar noch nicht der großen Gefahren bewusst.
Die beiden Inspektoren Pangratz und Moser, zwei von vier nur für die Suchtgiftkriminalität zuständigen Beamten im Bezirk Kitzbühel, klärten die anwesenden Eltern und Lehrer über die bedrohliche Situation auf.

Längst ist unsere Heimat keine „Insel der Seligen" mehr. Als die Drogen-Einsatzgruppe im Jahr 1993 gegründet wurde, gab es allein im ersten Jahr über 500 Anzeigen nach dem Suchtgiftgesetz (nur im Bezirk Kitzbühel)! Mittlerweile sind mehr als 3000 Personen aktenkundig.
Als Einstiegsdroge ist fast durchwegs der Alkohol zu sehen. Er „enthemmt" die jungen Menschen und lässt sie leichter die heikle Schwelle zum Drogenkonsum überschreiten.

Der Einstieg geht fast immer in Lokalen vor sich; das Drogenproblem zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten.
Neben den „traditionellen" Drogen wie Haschisch oder Marihuana sind es derzeit vor allem Ecstasy-Tabletten in verschiedensten Formen, die konsumiert werden. Die Folgen sind nicht abschätzbar; Gefühlsempfindungen (wie Durst oder Schmerz) werden außer Kraft gesetzt, körperliche Schädigungen werden bewusst in Kauf genommen.
Auch „Ersatzdrogen" machen sich mehr und mehr breit. So ist in gewissen Kreisen das „Schnüffeln" von Gas (z.B. aus Schlagoberskartuschen) oder von Feuerzeugbenzin modern, das langfristig die Schleimhäute zerstört.

Nicht vernachlässigbar ist auch die zunehmende „Nebenkriminalität". Da das Geld für die Drogen fehlt, beschafft man es sich z.B. durch Diebstahl.
Wenngleich man die Situation noch nicht mit jener in größeren Städten vergleichen kann, muss doch festgestellt werden, dass das Problem nicht so klein ist, wie das manchmal dargestellt wird.
Ein wesentlicher Faktor ist dabei der Tourismus; vor allem in Holland sind gewisse Drogen sehr leicht zu beschaffen, sodass ein regelrechter Drogentourismus in unsere Fremdenverkehrsgebiete aufgezogen wird. Als eine Drehscheibe des Drogenhandels in unserem Bezirk wurde ausdrücklich Westendorf genannt.

Was kann man nun tun, wenn man Verdacht schöpft, dass die eigenen Sprösslinge nicht mehr ganz „clean" sind?
In erster Linie gilt es Ruhe zu bewahren und auf deutliche Erkennungsmerkmale zu achten. Solche können z.B. sein:
- Wechsel des Freundeskreises
- Persönlichkeitsveränderungen (über übliche entwicklungsbedingte Veränderungen hinaus)
- erste Probleme in der Schule oder am Arbeitsplatz
- merkwürdiger Geruch (soll oft durch Räucherstäbchen o.ä. unterdrückt werden)
- herumliegende Plastiksäckchen
- Messer mit leicht geschwärzter Spitze
- kleine Waagen
- leere Flaschen, evt. mit Ablagerungen

In weiterer Folge ist unbedingt die Kontaktaufnahme mit zuständigen Institutionen anzustreben.
Neben den behördlichen Einrichtungen hilft in unserem Bezirk die Beratungsstelle B.I.T. Sie bietet drogengefährdeten und -abhängigen Menschen sowie deren Bezugspersonen Information, Beratung, Betreuung, Vermittlung oder Nachsorge an.
Das Angebot ist anonym und kostenlos. Die Mitarbeiter sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Wenden Sie sich im Falle des Falles an die B.I.T.-Zweigstelle Kitzbühel, Rennfeld 15, Tel./Fax 05356-66344, e-mail: kitzbuehel@bit-tirol.com (Öffnungszeiten: Mo-Do 8-20 Uhr, Fr 8-18 Uhr).

AUS DER GEMEINDE


Im Februar wurde keine Gemeinderatssitzung abgehalten.
Vom Gemeindevorstand jedoch wurden unter anderem folgende Beschlüsse gefasst:

Servitutsholzbezüge 2001
Die angemeldeten Holzbezüge wurden genehmigt (156 fm Nutzholz und 58 fm Brennholz)

Bebauungsplanänderung Straßhäusl
Diesbezüglich liegt ein vom Großteil der Straßhäuslhausbesitzer unterfertigter Antrag auf Änderung des bestehenden Bebauungsplanes für das Siedlungsgebiet Straßhäusl vor; dieser wurde bereits einmal im Gemeinderat und neuerlich wieder im Gemeindevorstand diskutiert. Der Antrag geht darauf hinaus, dass die Möglichkeit zur Aufstockung geschaffen wird.
Obwohl seitens der Gemeinde grundsätzlich kein Einwand besteht, so sind aber doch erhebliche Probleme bezüglich des jetzigen einheitlichen Siedlungsbildes damit verbunden.
Der Vorstand hat daher vorgeschlagen, alle Straßhäuslsiedler zu einem Gespräch mit der Gemeinde und Fachleuten einzuladen, das demnächst auch stattfinden wird.

Altpapier sammeln – aber richtig!
Das Ziel der getrennten Sammlung von Altstoffen ist die Wiederverwertung dieser Materialien. Das gesammelte Altpapier muss bestimmte Qualitätskriterien erfüllen, um für die Wiederverwertung (Erzeugung von Recyclingpapier) geeignet zu sein.
Es hat keinen Sinn im Recyclinghof Abfälle getrennt zu sammeln, die dann vom Verwerter mit hohen Kosten (für die Gemeinde) wieder aussortiert werden müssen. Wir ersuchen Sie daher bei der getrennten Sammlung von Altpapier Folgendes zu beachten:
Grundsätzlich wird zwischen „Papierverpackungen" und „Altpapier" unterschieden.

Papierverpackungen sind Kartonagen, Schachteln, Pappe, Papiersäcke und Papiertaschen, Packpapier und alle sonstigen Papierverpackungen.
Zum Altpapier gehören Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge, Prospekte, Büropapier, Bücher, Schulhefte, Zeichen- und Malpapier usw.
Nicht zum Altpapier gehören also:
- Kartons und Schachteln (gehören zu den Papierverpackungen/Kartonagen)
- Packpapier ungebleicht (gehört zu den Papierverpackungen/Kartonagen)
- Tragtaschen, Mehl-, Zucker-, Kaffeesäcke (gehören zu den Papierverpackungen/Kartonagen)
- Taschentücher, Servietten, Küchenrollen (können nicht verwertet werden, gehören zum Restmüll!)
- Reißwolfschnitzel (können nicht verwertet werden, zum Restmüll!)
- verschmutzte Papiere (können nicht verwertet werden, zum Restmüll!)

In letzter Zeit ist es leider vorgekommen, dass unser Altpapier-Verwertungsunternehmen die Übernahme des gesammelten Altpapiers verweigert hat, da zuviel „Fehlwurf" (= Müll) dabei war.
In solchen Fällen erwachsen der Gemeinde hohe Kosten für die Sortierung oder gar für die Entsorgung als Restmüll.
Generell gilt, dass die angelieferten Altstoffe sauber und sortiert sein müssen, damit das Aufsichtspersonal mit einem Blick eine Überprüfung durchführen kann.

Verschmutzte oder nicht sortierte Anlieferungen von Altstoffen werden in Zukunft zurückgewiesen!
Wir hoffen auf Ihr Verständnis für diese Maßnahmen, welche im Interesse einer kostengünstigen Entsorgung der gesammelten Altstoffe notwendig sind.
        Der Bürgermeister

Volkszählung
Nach der Verordnung der Bundesregierung (BGBl. II Nr. 313/2000) wird mit Stichtag 15. Mai 2001 eine ordentliche Volkszählung durchgeführt werden.
Im Zuge dieser Zählung ist auch der Hauptwohnsitz jedes Menschen festzustellen, sodass es für Meldepflichtige zunehmend von Interesse sein wird, Klarheit über die Bedeutung des Hauptwohnsitzes zu erlangen.
Nachdem auch die Gemeinde großes Interesse hat, dass alle Personen, die ihre Hauptlebensbeziehungen in Westendorf haben, auch mit dem Hauptwohnsitz gemeldet sind, werden in nächster Zeit vermehrt Meldekontrollen durchgeführt.
Personen, die noch nicht gemeldet sind, werden hiermit aufgefordert diese Anmeldung umgehend nachzuholen.
Sollte es diesbezüglich noch Unklarheiten geben, sind wir natürlich gerne bereit Auskünfte zu geben (telefonisch unter 05334/ 6203-10 oder per E-Mail unter meldeamt@westendorf.tirol.gv.at).
Parteienverkehr im Gemeindeamt: Montag von 7.00 bis 12.00 und von 13.30 bis 17.15 Uhr, Dienstag bis Freitag von 7.00 bis 12.00 Uhr.
        Der Bürgermeister

Neues Tiroler Heizungsanlagenrecht
Ein Informationsschreiben des Amtes der Tiroler Landesregierung erläutert die wichtigsten Neuerungen, die zu beachten sind.
Am 1.10.2000 sind das Tiroler Heizungsanlagengesetz 2000, LGBl. Nr. 34, und die Tiroler Heizungsanlagenverordnung 2000, LGBl. Nr. 66, in Kraft getreten.
Der Geltungsbereich des bisher anzuwendenden Ölfeuerungsgesetzes war auf Ölfeuerungsanlagen sowie auf Anlagen zur Lagerung und Leitung von Heizöl beschränkt, wobei die Errichtung, der Betrieb und die Instandhaltung dieser Anlagen geregelt wurden. Der Geltungsbereich des Tiroler Heizungsanlagengesetzes 2000 ist demgegenüber weiter. Er erstreckt sich über den Bereich der flüssigen Brennstoffe hinaus auch auf Heizungsanlagen für feste Brennstoffe und auf Anlagen zur Lagerung solcher Brennstoffe. Weiters wird neben der Errichtung und dem Betrieb dieser Anlagen auch das Inverkehrbringen von Kleinfeuerungsanlagen geregelt. Das Tiroler Heizungsanlagengesetz 2000 enthält allerdings keine Bestimmungen über Heizungsanlagen für gasförmige Brennstoffe sowie über Anlagen zur Lagerung und Leitung solcher Brennstoffe.
Das Tiroler Heizungsanlagengesetz 2000 verfolgt die Zielsetzungen der Verwaltungsvereinfachung und der Entbürokratisierung, wobei jedoch der besonderen Gefahrengeneigtheit von Heizungsanlagen und Brennstofflagerstätten weiterhin Rechnung getragen wird.
Ein Behördenhandeln ist nur in dem zur Erreichung dieser Ziele unbedingt notwendigen Umfang vorgesehen. Vor allem die bisherigen Verfahrensbestimmungen wurden durch ein gänzlich neues Regelungssystem ersetzt, das insgesamt zu einer Vereinfachung und Beschleunigung der Verfahren führen soll.

In diesem Sinn wurde das System der Abnahmeprüfung eingeführt. Danach hat der Betreiber einer Zentralheizungsanlage (= Heizungsanlage, bei der mittels eines Wärmeträgers, wie Wasser oder Luft, von einer Feuerstätte aus mehrere Räume mit Wärme versorgt werden), einer Anlage zur Lagerung und Leitung flüssiger Brennstoffe mit einem Fassungsvermögen von mehr als 100 Litern oder einer Anlage zur Lagerung fester Brennstoffe mit automatischer Beschickung vor der erstmaligen Inbetriebnahme sowie vor der Inbetriebnahme nach wesentlichen Änderungen verschiedene im Einzelnen festgelegte Unterlagen einzuholen und diese der Behörde (= Bürgermeister) vorzulegen, darunter eine Bestätigung einer befugten Person darüber, dass die Anlage den gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Auf diese Weise entfallen die bisherigen Bewilligungs- und Anzeigepflichten zur Gänze. Werden die genannten Unterlagen der Behörde vollständig vorgelegt, so ergibt sich für diese kein Anlass zu einem weiteren Einschreiten, jeder über die Prüfung der Unterlagen auf ihre Vollständigkeit hinausgehende Aufwand unterbleibt.
Die Behörde muss nur dann tätig werden, wenn die Unterlagen nicht vollständig vorliegen oder die Anlage vorzeitig in Betrieb genommen wird. Letzterenfalls hat die Behörde den Betrieb zu untersagen und den Untersagungsbescheid, sobald alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, wiederum aufzuheben.
Die erstmalige Überprüfung von Kleinfeuerungsanlagen (= Heizungsanlagen mit einer Brennstoffwärmeleistung von höchstens 400 kW), die nicht Zentralheizungsanlagen sind, erfolgt ebenfalls nicht durch die Behörde, sondern durch ein befugtes Prüforgan. Auch hier ergibt sich ein Anlass für ein behördliches Einschreiten erst dann, wenn eine Kleinfeuerungsanlage entgegen diesen Bestimmungen in Betrieb genommen wurde. Diesfalls hat die Behörde (= Bürgermeister) wiederum den weiteren Betrieb zu untersagen.
Stellt der Rauchfangkehrer anlässlich einer feuerpolizeilichen Reinigung der Anlage fest, dass die erforderliche Überprüfung der Anlage noch aussteht, so hat er diese als befugtes Prüforgan eigenverantwortlich nachzuholen. In diesem Fall wird die Behörde nur im Falle von Mängeln befasst.

Gemeindeschirennen
Beim 27. Gemeindeschicup am 11.2.2001 in Reith bei Seefeld konnte die Westendorfer Gemeinderatsstaffel den ersten Rang wieder erfolgreich verteidigen.
Die Staffel bestand aus Vizebürgermeister Anton Margreiter, Gemeinderat Walter Leitner-Hölzl und den beiden Ersatzgemeinderäten Klaus Hölzl und Jakob Hirzinger.
Mit der Gesamtbestzeit von 2.44,37 war der Sieg überlegen; die zweitplatzierte Mannschaft Sellrain lag mit 2.51,39 sieben Sekunden zurück!
Wir gratulieren dazu recht herzlich!

Entschädigung für Kriegsgefangene
Frühere Soldaten, die in mittelost- oder osteuropäischen Staaten in Kriegsgefangenschaft waren, können eine monatliche Entschädigung von S 200.- und S 500.- beanspruchen.
Dazu müssen Anträge an die jeweiligen Pensionsversicherungsträger gestellt werden.
Wenden Sie sich bis zum 31.5.2001 an das Gemeindeamt (Sozialamt)!

Brucellose-Bekämpfung
Durch das Inkrafttreten der Brucellose - Verordnung (BGBI. Nr. 391/95) wurden die Brucella-ovis-lnfektion der Widder und die Brucella melitensis bei Schafen und Ziegen zu einer ansteckenden Seuche im Sinne des § 16 des Tierseuchengesetzes erklärt.
Außerdem wurde damit die Bekämpfung im Seuchenfall geregelt.
Während die Brucella-melitensis-lnfektion in Österreich eine unbedeutende Rolle spielt, ist man der Brucella - ovis - lnfektion trotz jahrelanger Bekämpfung auf freiwilliger Basis nicht Herr geworden.
Diese Verordnung ermöglicht nun eine amtliche Bekämpfung. Gemäß § 5 der Brucellose-Verordnung sind positive Widder durch Schlachtung oder Kastration von der Zucht auszuschließen.
Bestände mit positiv reagierenden Tieren sind einer amtlichen Sperre zu unterziehen.
Somit sind alle Schafhalter aufgefordert (Herdebuch- und Nichtherdebuchzüchter) ihre Widder vor dem Weideauftrieb bzw. vor der Alpung auf Brucella ovis untersuchen zu lassen, um bereits untersuchte und für frei erklärte Herden nicht zu gefährden.
Bei Durchführung der Untersuchung bis zum 15.4.2001 werden die Laborkosten aus Landesmitteln getragen. Die Kosten der Blutprobenentnahme sind vom Tierbesitzer zu zahlen.
Werden die Untersuchungen außerhalb dieses Zeitraumes durchgeführt, sind sowohl die Kosten der Entnahme als auch der Untersuchung des Blutes vom Tierbesitzer zu übernehmen.
Die Tierbesitzer werden ersucht, sich bei der Organisation der Untersuchungen mit den zuständigen Tierärzten in Verbindung zu setzen.
Positive Tiere sind innerhalb eines Monats nach Erhalt des Sperrbescheides auszumerzen. Die Ausmerzung wird durch eine Ausmerzprämie von S 500,- aus Landesmitteln gefördert, wenn eine vom Tierarzt ausgestellte Schlachtbestätigung dem zuständigen Amtstierarzt vorgelegt wird.
Im Interesse der Gesundheit der Schafbestände Tirols werden die Schafhalter gebeten, sich für weitere Informationen mit dem Amtstierarzt des Bezirkes oder den zuständigen Sprengel- oder Haustierärzten in Verbindung zu setzen, um die Brucella-ovis-lnfektion schlagkräftig zu bekämpfen.

Bergbahnen ziehen positive Bilanz
Eine positive Bilanz über die letzten Großveranstaltungen zieht der Geschäftsführer der Bergbahnen Westendorf. Es waren insgesamt drei tolle Veranstaltungen, die in den letzten Wochen auf der Schiwiese in Westendorf über die Bühne gingen.
Den Start machte der FIS-Nachtslalom, der heuer als „Hahnenkamm-Warm-up" einen direkten Bezug zum Hahnenkammrennen erhielt. Die Idee, einen Nachtslalom zu veranstalten, hat nicht nur die Rennläufer und die zahlreichen Zuseher beeindruckt, es konnte auch ein außergewöhnliches Medieninteresse geweckt werden.
Eindrucksvoll war auch die Kulisse des 6. „Jump& Freeze". Fast 7000 Besucher feuerten die hundert Teilnehmer lautstark an und bestätigten den Erfolg dieser Veranstaltung eindrucksvoll. TV-Stationen aus Österreich, Deutschland und sogar aus Korea kamen und berichteten über das verrückteste Event der Alpen, das nach dem Hahnenkammrennen die zweiterfolgreichste Veranstaltung in der Region ist.
Auch die ersten Europameisterschaften im Skicross und Big Air wurden trotz schlechter Witterung ein toller Erfolg. Halsbrecherische Sprünge über meterhohe Schanzen und ein spektakulärer Sprung durch den Schneeberger Stadel begeisterten Akteure und Zuseher. Wie auch beim „Jump&Freeze" wurden bei der EM von jenem Team, das vorher bei der Schi-WM in St. Anton eingesetzt worden war, Fernsehbeiträge produziert und per Satellit in alle Welt gesandt. Dass dadurch Westendorf von Deutschland bis Südamerika, von Japan bis Südafrika in den TV-Stationen wieder zu sehen ist, ist harte Arbeit und niemals Zufall!
Mit geringstem finanziellen Aufwand ein möglichst großes Medieninteresse erzeugen, das ist der Hintergrund all dieser Veranstaltungen. Mit keiner anderen Werbeform kann ein derart großes Medieninteresse erzielt werden. Westendorf präsentiert sich mit diesen Top-Veranstaltungen einem weltweiten TV-Publikum als Urlaubsort, in dem Spaß und Unterhaltung geboten werden, in dem zahlreiche Wintersportarten sozusagen zuhause sind.

Ski-Cross-Europameisterschaften
Mit Siegen für den Schweizer Misra Noto im „Big Air" und den Österreicher Roman Hofer im Skicross endeten die Europameisterschaften der Freeskier in Westendorf.
Insgesamt 115 Teilnehmer aus zwölf Nationen (Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Norwegen, Schweden, Australien, Chile, Argentinien) hatten für die Premiere dieser offenen Titelkämpfe genannt.
Sein Sieg bei den ersten Europameisterschaften im Skicross hat auch Roman Hofer selbst überrascht. Der 24-jährige ehemalige Kaderläufer des Österreichischen Skiverbandes holte sich in seinem erst zweiten Skicross den EM-Titel und 50.000 Schilling Preisgeld. Im Finale bezwang er den Argentinier Oskar Sosa und die schwedischen Brüder Eric und Thomas Andersson. „Gegen die beiden Schweden ist eigentlich kein Kraut gewachsen, überhaupt wenn sie im Duo auftreten. Ich wäre mit Rang drei voll zufrieden gewesen", meinte Hofer. Als sich aber die führenden Anderssons in einer Kurve gegenseitig behinderten, konnte der Hüne aus Scheffau überholen und er gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab.
Der Schnellste der Qualifikation, Madmasters-Gewinner Isidor Grüner aus Sölden, gewann das kleine Finale vor dem überraschenden Oswald Hochfilzer aus Jochberg.
Bei den Damen konnte sich die Schweizerin Corinne Bodmer, eine ehemalige Weltklasse-Freestylerin, vor ihrer Landsfrau Nathalie Schmied, der Italienerin Giovanna Bonazzi und der Österreicherin Margaritha Marbler durchsetzten. Die große Favoritin Magdalena Jonsson aus Schweden musste sich mit dem Sieg im kleinen Finale und Rang fünf begnügen.
Die Skicross-Rennen wurden im K.o.-System mit jeweils vier Läufern ausgetragen, von denen die zwei Schnellsten aufstiegen. Gefahren wurde auf einem höchst anspruchsvollen Kurs mit einigen extrem weiten und hohen Sprüngen und der Fahrt durch einen Heustadl als besonderem „Highlight".
Der „Big Air" auf einer mächtigen Schanze endete mit dem Sieg des 17-jährigen Schweizers Misra Noto, dessen bester Sprung, ein „Back mute", die Jury an meisten beeindruckte. Rang zwei ging an den „Austro-Australier" Nick Draxl aus Seefeld mit einem „720 inverted" als Highlight, Rang drei holte sich der Wiener Alex Zika, unter anderem mit einem „720 Rodeo".

„Jump&Freeze" mit Startern aus Korea
Wo findet man hundert „Verrückte", die freiwillig bei Minusgraden in ein Becken mit eiskaltem Wasser springen? Natürlich beim legendären „Jump& Freeze" in Westendorf - vor rund 7000 begeisterten Zuschauern, die die tollkühnen „Mander" und „Weiber" in ihren fliegenden Kisten anfeuerten.
„Crazy! Very crazy!" Eine Urlauberin aus London kam aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus und auch sonst war man sich im Publikum über Veranstaltung und Teilnehmer einig: „Total varrückt!"
Aber schön verrückt! In zum Teil monatelanger Arbeit hatten die verschiedenen Teams an ihren skurrilen Gefährten gebastelt, um sich mit ihren abenteuerlichen Vehikeln über die Schneerampe zu stürzen. Petrus weichte das Publikum mit Dauerregen ein, doch das konnte die fabelhafte Stimmung auf der Westendorfer Schiwiese nicht trüben. „Jump&Freeze" ist bei jedem Wetter eine Gaudi!

Der Weltrekordhalter im Speedski, Harry Egger, Freestyler Christian Rihavec, der Kajakfahrer Schorschi Schauf und Olympiasiegerin Doris Neuner hatten die schwierige Aufgabe, die fahrbaren Untersätze und die diversen Kostümierungen zu bewerten. Der „longest jump" war da noch recht unproblematisch per Weitenmessung zu ermitteln, weiter ging´s mit dem „coolsten jump", und schließlich galt es, die Kreativität der Teilnehmer zu beurteilen.
Nicht so einfach, denn die Einfälle der Teams werden von Jahr zu Jahr ausgefallener: Von der Schwarzwälder Kirsch-Torte über den Tarzan im Bananenlook bis zu Babys war alles vertreten. Versteht sich, dass auch eine BSE-Kuh samt Doktor nicht fehlen durfte. Zum „Best-dressed"-Teilnehmer wurde der koreanische Komiker Nam Chang-Hee in seiner Nationaltracht gekürt.
Höhepunkt des Spektakels: Die verwegenen Fahrten der „craziest Vehicels". Römische Streitwagen, Taxi Orange, Niki Lauda auf seinem letzten Flug, ein rasender Big-Brother-Container, ein Blondier-Salon auf Schiern, ja sogar ein stattlicher Fichtenbaum musste als Schibob herhalten. Am Ende aber war man sich einig: Das „verrückteste Vehikel" stammt aus der Werkstatt von Reinhard Haberl, HP Ellinger, Hubert Kammerhuber, Peter Krepper, HP Zelger und Gerhard Unterberger aus St. Johann. In 450 Arbeitsstunden hatten sie den Oldtimer-Feuerwehrwagen gebastelt. Nur knapp geschlagen wurden „Die Vier im Jeep" aus Oberndorf und der riesenhafte Styropor-Gockel „Aircock" vom Attersee.

Vereinsnachrichten

Toller Hallenerfolg der U-16-Mannschaft
Dass die Nachwuchsarbeit beim SV Steixner Westendorf stimmt, bewiesen einmal mehr die Jugendspieler unter Trainer Toni Faistenauer. Vom Herbstmeistertitel auf dem Rasen beflügelt, bewährten sie sich auch beim Bandenzauber in der Halle!
Bei der Tiroler Hallenmeisterschaft, bei der 30 Mannschaften beteiligt waren, wurden sie überlegener Gruppensieger in Kufstein und erreichten dadurch das Finale der besten sechs Mannschaften in Tirol!
Bei den Finalspielen in Innsbruck musste sich der SV Steixner Westendorf nur der starken Spielgemeinschaft des ISK/FC TIROL geschlagen geben. Gegen die Spielgemeinschaft Kematen/Inzing endete das entscheidende Spiel um den zweiten Platz 2:2 unentschieden und die Burschen verpassten diesen Platz nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses von zwei Toren!

Allein der Einzug ins Finale der besten sechs war schon mehr als ein schöner Erfolg, dass man dann aber noch den hervorragenden dritten Platz mit nur einer Niederlage gegen so starke Mannschaften erreichte, beweist nur wiederum, welche Talente hier mit Lampl Bernie, Harasser Lukas, Wohlfahrtstätter Marco, Pinzger Hansjörg, Nuzdic Zoran, Riedmann Thomas, Faistenauer Patrik, Kistl Thomas, Zass Peter, Aschaber Martin, Nissl Daniel, Aschaber Christian, Wurzrainer Werner und Schönacher Michael heranwachsen! Sollten sich diese vom Sporthaus Ruetz, Sport 2000 gesponserten Spieler auch in den nächsten Jahren so weiter entwickeln, darf sich der SV Steixner Westendorf in absehbarer Zeit auf ausgezeichnete Eigenbauspieler freuen!

Roland Waldner Vizestaatsmeister
Nach dem Crosslauf und den 1500 Metern im Vorjahr sicherte sich Roland Waldner von der LG Pletzer Hopfgarten kürzlich bei den Hallenstaatsmeisterschaften in Wien über 3000 Meter seinen dritten Vizestaatsmeistertitel.
In einem interessanten Rennen musste sich Waldner im harten Kampf um die Medaillen mit einer Zeit von 8:16,22 Minuten nur dem Junioren-WM-Dritten Martin Pröll aus Oberösterreich geschlagen geben.
Mit dieser Zeit verbesserte er seine erst kürzlich aufgestellte Bestmarke um nicht weniger als sechs Sekunden!

Aus der Pfarre

Zirkus
Die Kinder von Feichten haben im vergangenen Sommer einen Zirkus (Foto) veranstaltet. Jetzt haben sie das Geld, das sie damals bekommen haben, für die Kirchenrenovierung gespendet (S 2.196,-). Bravo und danke!

Faschingsball ein voller Erfolg!
Der Faschingsball am Samstag, den 24.2. ist bestens gelungen und alle Erwartungen, was Besucherzahl und Masken betrifft, wurden übertroffen. Eine sehr gute Stimmung durch die schwungvolle Musik der „Hinterlechner" machten den Abend zum Fest. Ich möchte der Frauenrunde herzlich danken, besonders der Gossner-Lisi, die diese Idee hatte und dazu auch die meiste Arbeit. Danke! Danke allen, die mitgeholfen haben! Allen Spendern der Preise, den „Hinterlechnern" ein herzliches Danke. Auch ein Dank allen, die sich viel Mühe und Arbeit für die Masken und Kostüme gemacht haben. Es waren viele wunderschöne und originelle Masken und Kostüme. Die Summe des Reinerlöses kann auch erst in der nächsten Nummer bekanntgegeben werden. Allen, die mitgemacht haben, ein herzliches „Vergelts Gott"!

Kirchenrenovierung
Die großen Arbeiten gehen dem Ende zu. Die Malerarbeiten sind fast abgeschlossen. Das Gerüst wird abgebaut. Der Blick zum Gewölbe ist schon frei - wunderschön! Spätestens am Palmsonntag werden wir wieder in der Kirche feiern können.
Wir freuen uns schon sicherlich alle darauf! Ob der Hochaltar schon dasein wird, ist noch ungewiss.
Danken möchte ich wieder allen, die eine Spende gegeben haben. „Vergelts Gott". Spenden sind weiterhin willkommen. Danke!

Brauchtum

Was es mit dem „Palm" auf sich hat
Der Palmsonntag gilt bei der Landjugend als ein großer Tag. Denn das „Palmtragen" ist eine besondere Freude. Jeder Bub und jedes Mädel trägt stolz seinen Palm.
In unserer Heimat wird statt der Palmen, wie es in südlichen Ländern der Brauch ist, die veredelte Weide verwendet, auch „Palmkatzei" oder „Palmkatzln" genannt.
Am Samstag vor dem Palmsonntag wird der Palm hergerichtet. Palmzweige werden vom Baum gebrockt, Bandln und Palmäpfel werden aus ihrem Versteck in der Kammer hervorgeholt. Ist alles beisammen, so wird der Palm gebunden. In manchen Orten werden dem Palm auch Haselruten beigegeben. Diese Ruten werden nach der Weihe je ein Stück in die Wohnräume, in Ställe, Keller, Stadel, Böden und auf die Äcker gesteckt.
Am Palmsonntag wird es schon in aller Frühe lebendig. Die Kinder können es kaum erwarten, bis sie zur Kirche gehen dürfen.

Die Buben wetteifern miteinander. Jeder möchte den noch größeren „Palm" besitzen. Sechs bis acht Meter lange Stangen werden dazu oft verwendet. Sie werden für diesen Zweck eigens aufbehalten und sind oft auch grün und mit Blumen bemalt. Dazu werden sie häufig von oben ein Stück weiter herunter mit Efeulaub umwunden, oder gar, was am nobelsten gilt, mit „Waxlab", dem stechenden Efeulaub.
Die kleineren Kinder dagegen tragen nur Ruten. Fällt nun einer mit seinem Palm auf den Boden, was natürlich sehr leicht passieren kann, so ist dieser der „Palmesel". Dieser „Esel" will nun keiner sein, denn er wird dabei noch verspottet und verhöhnt von den anderen Kindern. Darum ist ein jeder Palmträger vorsichtig.
Nach der Weihe wird der „geweihte" Palm nach Hause getragen. Zu Hause wird er dann von der Mutter oder sonst jemandem in den Garten oder auf einen Baum gesteckt. Dort bleibt der Palm bis zum Ostersonntag. Dann wird der Palm vor Sonnenaufgang hereingeholt und aufbewahrt. Wer es vergisst und den Palm erst hereinholt, wenn die Sonne schon scheint, dessen Palm hat die Weihe verloren. „Die Hexn habn d´ Weih g´stohln", hört man dann oft sagen.
Kommt nun im Sommer ein Gewitter, dann holt man drei Palmzweige und drei Brennnesseln. Diese sechs Stück werden in den Herd geworfen, damit sie dort verbrennen. Ist kein Feuer, so wird in aller Eile eines gemacht.
Der Rauch der Palmzweige soll vor allem das Wetter vertreiben und die Felder vor Hagel beschützen, der Rauch der Brennnessel aber das Haus vor Blitzeinschlag bewahren.

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